Sonntag, 8. November 2009

Die Taz und ihr kreisrunder Tellerrand

Die Lieblingsgazette der problematisierenden Grünschnäbel hat wieder einmal zugeschlagen. Es tut mir wirklich sehr leid, dass ich hier äußerst subjektiv, biestig und gemein in die Tasten haue. Allerdings platzt mir der Kragen bei dieser subjektivjournalistischen Berichterstattung dieser Zeitung, die sich zwar laut eigener Aussage stark von der Springerpresse unterscheiden möchte, jedoch augenscheinlich ähnliche Töne anschlägt.


Mein Beschwerdekatalog ist lang, jedoch sind folgende Punkte für mich besonders wichtig:

1. Wenn diese Spießgesellen der Grünen nicht endlich einsehen können, dass die Piratenpartei im 21. Jahrhundert angekommen ist und Geschlechterquoten nicht benötigt, da das Thema Geschlechtlickeit und Gender für diese Partei so aktuell ist wie die Bildzeitung von 1956. Wann rallen diese Spacken *hust* es endlich, dass für uns der Output einer Person (und eines Personerichs) wichtig ist und nicht deren Sexualorgane oder Chromosomenanordnung? Männer, Frauen, Transexuelle und sonstige Menschen mischen sich zum Zwecke der positiven Politikveränderung in der Piratenpartei. Da hat die Frage nach Quotierung nichts verloren. Vor allem ist das Merkmal "männlich" oder "weiblich" so irrelevant wie "Zocker" oder "Rollenspieler", wenn es um die Besetzung politischer Positionen geht. Da kann man genauso sagen, dass wir dringend eine Quote für Personen mit langen Nasen benötigen, damit diese sich nicht diskriminiert fühlen.


2. Wenn ich noch einmal über dieses für mich ganz persönlich unwichtige Interview in der Jungen Freiheit lesen muss, dann bekomme ich Lust die Rudi-Dutschke-Strasse mit eindeutigen Anliegen aufzusuchen. Der Inhalt dieses Interviews ist so unbedenklich wie die Sesamstrasse in den Augen der Zensursula. Diese Zeitung richtet sich zwar an den braunen Rand der Gesellschaft, aber ist es für einen politisch aufgeklärten Menschen nicht viel besser sich mit seinen anständigen Inhalten an alle Organe zu richten und sich nicht per se einer Ecke zu verschließen, bloß weil es dort mächtig nach braunen Exkrementen stinkt? Wer meinen politischen Kompass kennt, ganz links unten, der weiss das ich mit Nichten und Neffen irgendwie in der Nähe der Zielgruppe der Jungen Freiheit bin. Die Reaktion und der Umgang mit diesem "Fauxpas" war das einzig peinliche an dieser Geschichte. Unwissen ist für einen Informationsfetischisten ziemlich beschämend. Das war es schon aus meiner subjektiven Sicht bezüglich dieser Geschichte. Ich frage mich, wie lange dieses ausgelutschte Thema noch in der Taz umherschwirren wird. Geilen die sich etwa daran auf? Ich frage mich, wann die endlich einen Drehwurm bekommen und damit aufhören.


Im Übrigen ist mir noch kein Freund brauner Ideologien in dieser Partei begegnet. (Entweder bin ich ignorant oder die Taz bildet sich was ein.) Manche Mateys sind sehr eigen und kautzig, doch das ist sicherlich nicht schlecht, sondern förderlich. Wer sich hier umsieht, der entdeckt keinen einzigen roten Punkt im autoritären, rechten Viereck des Kompasses. Dort ist die Naziecke. Die Piratenpartei befindet sich politisch in einerMarktlücke, die lediglich vom Dalai Lama, Nelson Mandela und Mahatma Ghandi bisher bewohnt wird. Kommt endlich klar ihr ollen Tazen und hört auf auf von einer Abgrenzung vom Rechten Rand zu schwafeln. Und sowieso, schaut euch mal an, wie es mit den deutschen Parteien im politischen Kompass aussieht. Ich sehe daher nicht irgendeinen Grund sich deutlich vom braunen Sumpf abzugrenzen, wo etwa die FDP und die CDU hier deutlich mehr Abgrenzung zu leisten hätte.


Uffta! Das war's dann.

Sehr schön.

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