Dieses Problem fällt mir seit Jahren auf:
Wenn sich zwei oder mehrere Personen streiten, dann sollte es nicht abhängig von der Konstellation des Geschlechts oder der Herkunft der Streitenden/sich aus dem Weg gehenden abgewertet, abgetan oder Rat und Trost wegargumentiert werden weil "ich mich da raus halte". Raushalten ist schlau.
Aber:
Jemandem zuhören und Dampf ablassen lassen ist meiner bescheidenen Wahrnehmung nach doch noch kein einmischen. Einmischen ist wenn man aktiv Partei ergreift anstatt einfach ein Ohr zu schenken und dem traurigen oder verärgerten Menschen freundliche oder aufbauende Worte schenken.
Sprüche wie:
"Ach ihr da mit eurem Hahnenkampf, aus Männerproblemen halte ich mich raus."
"Das ist doch so ein Frauending. Diese Stutenbissigkeit ist nicht mein Problem".
machen mich persönlich sehr traurig.
Dabei wäre es so einfach:
Wenn Freunde sich ausheulen wollen, dann lasst die Freunde sich ausheulen oder mal beherzt meckern. Das befreit die Seele wenn es nicht zur Obsession wird. Es ist verdammt nochmal egal ob sich zwei Männer, Frauen, Eichhörnchen oder Aliens streiten oder gemischte Personen/Entitäten sich nicht ausstehen können. Aber wenn jemand den man mag Kummer hat, warum wegen einer bestimmten Konstellation abtun?
Hand auf's Herz:
Wenn jemand sich über einen Streit mit einem Fahrkartenkontrolleur beschwert, sagt doch auch kaum ein Mensch sowas hier: "Ach das ist so ein komisches ÖPNV-Problem, als Autofahrer halt ich mich da lieber raus."
Oder?
Fluch der Republik
Das Leben in der Zeitenwende
Donnerstag, 4. April 2013
Dienstag, 2. April 2013
Jugendschelte an die Erwachsenen
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| CC-BY-NC-SA Liliana Demir |
Der Rosengarten in Neuss ist eine zentral gelegene, sehr ansehnliche Oase der klassischen Parkkultur. Es gibt nebst des Grases und sanften Hügeln schöne Gemäuer, tolle Rosenbeete (wie der Name ja schon sagt, es gibt Rosen.) und schon fast bilderbuchhafte Ruhe in diesem tollen Park. Jogger, Hundehalter und Spaziergänger.
Nur ist mir schon letztes Jahr aufgefallen, dass um ein rundes Mäuerlein viel Müll rumliegt. Dabei ist dieses Mäuerlein sehr schön und beschaulich in seiner Form und Erscheinung. Es hat etwas von einer zu klein geratenen Burgmauer. Doch oft verschandelt Partymüll diese Mauer und das Grün drumherum. Ich weiß, dieser Müll kommt wohl von den Jugendlichen, die dort auf dieser Mauer abendlich ihre Drinks - vom Büdchen erworben - zu sich nehmen und nicht wirklich ihre eigene Sauerei aufräumen möchten. Nehme ich mal an.
Nun kommt der Twist:
Ich beschwere mich nicht über die Jugendlichen. Sie brauchen Orte an denen sie sich in geselligen Runden versammeln können. Genauso wie ihre Eltern sich in der warmen Kneipe versammeln. Während ihre Kinder frierend auf der Mauer rumkauern und Billigbier trinken. (Die Eltern könnten vielmehr erfolgreicher darin sein ihren Kindern beizubringen das Rummüllen doof ist.)
Jedoch gehört diese Form der Geselligkeit zu jeder Jugend ihrgendwie dazu - im Park hängen und genüsslich den Alkohol mit Freunden zusammen genießen. Aber in dieser Kälte? Es gäbe besseres. Eine warme Stube oder ein Café.
Doch wo können Jugendliche hin, ohne ein Vermögen auszugeben? Jugendhäuser gibt es in Neuss (noch?) zwei Stück. Könnten sie doch dort hin. Aber ich weiß ehrlich nicht genau, warum sie dort nicht hingehen und stattdessen das hübsche Mäuerchen im Rosengarten mit Müll benetzen. Dafür kenne ich die Gepflogenheiten und Riten der Stadt noch nicht gut genug.
Ich frage mich, ob es nichts besseres gibt, welches die Menschen ihren Heranwachsenden geben könnten als eine Mauer im Stadtpark die im Sommer sicherlich angenehmer zu besetzen wäre als in diesem Eisfrühling. Ich würde vielleicht auch achtlos herummüllen wenn ich mich eventuell allein gelassen fühle als Heranwachsende mit meinen Freunden, weil ich wenig Kaufkraft habe und mit meinen Freunden beim geselligen Zusammensein die Erwachsenen nur Nerve. Ich würde herumlungern.
Aber ich könnte mich auch irren. Es könnte ja ganz anders sein.
Freitag, 29. März 2013
Warum es schief läuft
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| by-nc-sa Sprengben http://www.flickr.com/photos/sprengben/4462026879/ |
Wir sehen die klügsten, verständigsten Menschen im gemeinen Leben Schritte tun, wozu wir den Kopf schütteln müssen. Wir sehen die feinsten theoretischen Menschenkenner das Opfer des gröbsten Betrugs werden.
Wir sehen die erfahrensten, geschicktesten Leute bei alltäglichen Vorfällen unzweckmäßige Mittel wählen, sehen, daß es ihnen mißlingt, auf andre zu wirken, daß sie, mit allem Übergewichte der Vernunft, dennoch oft von fremden Torheiten, Grillen und von dem Eigensinne der Schwächeren abhängen, daß sie von schiefen Köpfen, die ihren eigenen Leumund nicht wert sind, sich müssen regieren und mißhandeln lassen, daß hingegen Opportunisten und Speichellecker Dinge durchsetzen, die der Weise kaum zu wünschen wagen darf.
Wir sehen manch Redliche fast allgemein verkannt.
Wir sehen die witzigsten, hellsten Köpfe in Gesellschaften, wo aller Augen auf sie gerichtet waren und jedermann begierig auf jedes Wort lauerte, das aus ihrem Munde kommen würde, eine nicht vorteilhafte Rolle spielen, sehen, wie sie verstummen oder lauter gemeine Dinge sagen, indes ein andrer äußerst leerer Mensch seine dreiundzwanzig Begriffe, die er hie und da aufgeschnappt hat, so durcheinander zu werfen und aufzustutzen versteht, daß er Aufmerksamkeit erregt und selbst bei Gebildeten Leuten für etwas gilt.
Wir sehen, daß die glänzendsten Schönheiten nicht allen gefallen, indes Personen, mit weniger äußern Annehmlichkeiten ausgerüstet, allgemein interessieren. –
Alle diese Bemerkungen scheinen uns zu sagen, daß die gelehrtesten Menschen, wenn nicht zuweilen die untüchtigsten zu allen Weltgeschäften, doch wenigstens unglücklich genug sind, durch den Mangel einer gewissen Gewandtheit zurückgesetzt zu bleiben, und daß die Geistreichsten, von der Natur mit allen innern und äußern Vorzügen beschenkt, oft am wenigsten zu gefallen, zu glänzen verstehen.
Dieser Text stammt nicht von mir. Er wurde vor über 200 Jahren niedergeschrieben. Ich habe ihn sprachlich ein wenig an die Lesegewohnheiten des 21. Jahrhunderts angepasst. Es handelt sich um die Einleitung zum berühmtesten Werk von Adolph Freiherr Knigge: Über den Umgang mit Menschen.
Den Volltext zum alten Werk findet ihr hier. (Projekt Gutenberg auf SPON)
Bild von Sprengben [why not get a friend] via photopin cc
Sonntag, 3. März 2013
T-Shirt Designs mit Grafiklinks
Ich habe mir heute ein Shirt entworfen, welches ich auch mit euch teilen möchte.
Es ist ein kopimistisches, open access datalove shirt für fans des spacigen looks. Die Schrift ist von oben nach unten zu lesen.
Dieses Shirt ist eine Reflektion über die Styles die es in der Clubwear der 90er jahre gab. Ich habe mich auf reduzierte Muster und eine futuristische, asiatisch anmutende Schrift konzentriert. Hellgrau auf etwas dunkleres Grau. Das Logo, könnt ihr einfärben wie ihr mögt, findet ihr hier.
Wenn euch die Designs gefallen, ihr diese für eigene Shirts verwenden möchtet, nur zu. Auch über Remixe freu ich mich. Über ein Dankeschön via Flattr freu ich mich natürlich sehr. Ansonsten viel Spaß damit.
Die Grafiktorte.
Es ist ein kopimistisches, open access datalove shirt für fans des spacigen looks. Die Schrift ist von oben nach unten zu lesen.
Die Dateien, ganz ohne geistiges Eigentum oder Leistungsschutzrechte habe ich die Bilder in der Open Clip Art Library hinterlegt: Hauptmotiv und die Beschriftung der Ärmel für Longsleeves
(Es sind Vektorgrafiken als SVG abgespeichert. Diese können mit Inkscape bearbeitet werden. Es ist kostenlos und ein großartiges, freies Grafikprogramm)
Das Logo der Autonymen Piraten hab ich schon länger angekündigt und auch schonmal hier im Blog veröffentlicht. Jetzt ist auch das Logo hier erhältlich als Vektorgrafik in der Open Clip Art Library.
Dieses Shirt ist eine Reflektion über die Styles die es in der Clubwear der 90er jahre gab. Ich habe mich auf reduzierte Muster und eine futuristische, asiatisch anmutende Schrift konzentriert. Hellgrau auf etwas dunkleres Grau. Das Logo, könnt ihr einfärben wie ihr mögt, findet ihr hier.
Wenn euch die Designs gefallen, ihr diese für eigene Shirts verwenden möchtet, nur zu. Auch über Remixe freu ich mich. Über ein Dankeschön via Flattr freu ich mich natürlich sehr. Ansonsten viel Spaß damit.
Die Grafiktorte.
Freitag, 1. März 2013
Was wäre wenn: Ein Gedankenspiel mit der GEMA
Im Gespräch mit @ballerstaedt zum Thema DJs und der GEMA kam folgende Schnapsidee auf:
Was wäre wenn ein DJ einfach alle digital vorliegenden Stücke zu einem einzigen galaktischen Megamix zusammenfügt. Als Kunstwerk, um das Sequenzielle in der Musik zum Ausdruck zu bringen. Dann würde ein Megamix vorliegen der 15.000 Stücke etwa enthält entstehen. Jedoch hätte deser Monster-Mashup - ein DJ gilt ja auch als kunstschaffender Mensch - doch auch seine eigene Schöpfungshöhe.
Aber es ist ja nur so eine Idee die beim Kaffee im Büro aufkam.
Was wäre wenn ein DJ einfach alle digital vorliegenden Stücke zu einem einzigen galaktischen Megamix zusammenfügt. Als Kunstwerk, um das Sequenzielle in der Musik zum Ausdruck zu bringen. Dann würde ein Megamix vorliegen der 15.000 Stücke etwa enthält entstehen. Jedoch hätte deser Monster-Mashup - ein DJ gilt ja auch als kunstschaffender Mensch - doch auch seine eigene Schöpfungshöhe.
Aber es ist ja nur so eine Idee die beim Kaffee im Büro aufkam.
Donnerstag, 7. Februar 2013
Stop treading on dreams
Was gerade in der Piratenpartei los ist, macht mich nicht nur traurig sondern stinkewütend. Diskurs, ja sogar Streit und heftige Debatten gehören dazu wenn Politik gemacht wird. [Selfbullshitbingo, mea culpa]
Aber wo ich persönlich giftig werde, ist wenn jemand auf die Träume anderer Menschen tritt. Momentan treten sich Piraten im Rudel gegenseitig auf die Träume. Das ist ekelerregend und stärkt den verdammten Status Quo. Dieses schreckliche Verhalten stärkt die ganzen Arschlöcher, die die ACTA-Ableger produzieren, die Drohnen in die Himmel schicken und den Rechtsbeistand für Stützeempfänger wegkürzen wollen. Es ist an der Zeit das verdammte EGO beiseite zu lassen und vom hohen Ross runterzusteigen. Egal ob man sich dabei weh tun könnte. Die luftigen Höhen müssen aber überwunden werden.
Träume, meine lieben Leute sind der Treibstoff mit denen wir Piraten angetreten sind um was zu ändern. Träume, meine lieben Leute sind das woran die Wähler vielleicht auch geglaubt haben als sie uns in vier Landesparlamente schickten. Träume sind das was Realpolitik erst sinnvoll machen, damit keine Katastrophen rauskommen wie Stuttgart 21 oder der Flughafen in Berlin. Denn Träume sind was anderes als monetäre Visionen irgendwelcher Manager.
Hört auf auf Träume zu treten sondern diskutiert wie anständige Menschen und respektiert euch. Beschimpfungen gegenüber Menschen die trotz ruppigem Gegenüber gesprächsbereit sind, sind induskutabel.
Tschüss.
Aber wo ich persönlich giftig werde, ist wenn jemand auf die Träume anderer Menschen tritt. Momentan treten sich Piraten im Rudel gegenseitig auf die Träume. Das ist ekelerregend und stärkt den verdammten Status Quo. Dieses schreckliche Verhalten stärkt die ganzen Arschlöcher, die die ACTA-Ableger produzieren, die Drohnen in die Himmel schicken und den Rechtsbeistand für Stützeempfänger wegkürzen wollen. Es ist an der Zeit das verdammte EGO beiseite zu lassen und vom hohen Ross runterzusteigen. Egal ob man sich dabei weh tun könnte. Die luftigen Höhen müssen aber überwunden werden.
Träume, meine lieben Leute sind der Treibstoff mit denen wir Piraten angetreten sind um was zu ändern. Träume, meine lieben Leute sind das woran die Wähler vielleicht auch geglaubt haben als sie uns in vier Landesparlamente schickten. Träume sind das was Realpolitik erst sinnvoll machen, damit keine Katastrophen rauskommen wie Stuttgart 21 oder der Flughafen in Berlin. Denn Träume sind was anderes als monetäre Visionen irgendwelcher Manager.
Hört auf auf Träume zu treten sondern diskutiert wie anständige Menschen und respektiert euch. Beschimpfungen gegenüber Menschen die trotz ruppigem Gegenüber gesprächsbereit sind, sind induskutabel.
Tschüss.
Mittwoch, 23. Januar 2013
Warum degradieren wir uns zum Kopf?
Jedes Mal, wenn herausragende Persönlichkeiten oder Menschen zu "Köpfen" degradiert werden, bekomme ich Lust den Bullshit-Bingo Schein herauszuholen und ein Kreuzlein zu machen.
Jetzt mal ehrlich: Diese Sprache ist doch die Sprache Derjenigen, die unsere Parteigründung ungewollt herbeiprovoziert haben. Ich meine dieses plakative, großkotzige und den Menschen zur Ware reduzierende Gehabe derjenigen Menschen die leider viel zu viele Entscheidungen noch treffen dürfen.
Wollen wir deren Sprache sprechen? Wollen wir nicht lieber eine Sprache sprechen die den Menschen als ganzes ernst nimmt? Es ist wirklich nicht sehr umständlich. Denn statt "Köpfe" sind Menschen oder Leute kompletter.
Wollen wir Persönlichkeiten zu Köpfen degradieren die im Großformat aufgeblasen, in der Öffentlichkeit vor sich hin wackeln - wie ein Ballon im Wind?
Jetzt mal ehrlich: Diese Sprache ist doch die Sprache Derjenigen, die unsere Parteigründung ungewollt herbeiprovoziert haben. Ich meine dieses plakative, großkotzige und den Menschen zur Ware reduzierende Gehabe derjenigen Menschen die leider viel zu viele Entscheidungen noch treffen dürfen.
Wollen wir deren Sprache sprechen? Wollen wir nicht lieber eine Sprache sprechen die den Menschen als ganzes ernst nimmt? Es ist wirklich nicht sehr umständlich. Denn statt "Köpfe" sind Menschen oder Leute kompletter.
Wollen wir Persönlichkeiten zu Köpfen degradieren die im Großformat aufgeblasen, in der Öffentlichkeit vor sich hin wackeln - wie ein Ballon im Wind?
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